Mit der Verschärfung des Klimawandels wird extreme Hitze für Gemeinden in den gesamten Vereinigten Staaten zur tödlichen Realität. Doch die entscheidende Forschung, die darauf abzielt, diese Bedrohung zu verstehen und abzuschwächen, sieht sich mit beispiellosen Kürzungen konfrontiert, die Gemeinschaften verwundbar machen und Wissenschaftler darum kämpfen, ihre lebenswichtige Arbeit am Leben zu erhalten. Missoula County, Montana, nur wenige Stunden von der kanadischen Grenze entfernt, ist nicht für sengende Temperaturen bekannt. Aber zunehmende Hitzewellen, die durch den Klimawandel verursacht werden, geben jetzt Anlass zu ernster Sorge und lassen das Gespenst eines katastrophalen Hitzeereignisses für die 120.000 Einwohner aufkommen. Die Hitzewelle im pazifischen Nordwesten 2021, die über 1.400 Todesopfer forderte, ist eine deutliche Warnung vor den tödlichen Folgen mangelnder Vorbereitung.
The Cuts: Eine systematische Untergrabung der Wärmeforschung
Der systematische Abbau der Finanzierung der Klimawissenschaft durch die Trump-Regierung hat die Bemühungen zur Bekämpfung extremer Hitze lahmgelegt. Die Finanzierung des Center for Collaborative Heat Monitoring, einer von der Bundesregierung finanzierten Partnerschaft mit der Aufgabe, die Hitze in Gemeinden im ganzen Land zu kartieren, wurde im Mai eingestellt. Durch diese Entscheidung entfielen 10.000 US-Dollar an Unterstützung für Missoula County, das bereits geplant hatte, die heißesten Gebiete in der Region zu identifizieren und die Eindämmungsbemühungen entsprechend zu konzentrieren. „Das sind lebensrettende Daten“, sagt Alli Kane, Koordinatorin des Klimaschutzprogramms für Missoula County. „Wir wissen, dass Hitze in den Vereinigten Staaten die wetterbedingte Todesursache Nummer eins ist.“
Die Kürzungen gehen über das Center for Collaborative Heat Monitoring hinaus. Das National Integrated Heat Health Information System (NIHHIS), das während der Obama-Regierung geschaffen wurde, um wissenschaftlich fundierte Hitzeschutzinstrumente zu entwickeln, wurde durch Finanzierungskürzungen und Personalverluste dezimiert. Juli Trtanj, ehemalige Geschäftsführerin von NIHHIS, gab ihre Position im April auf und verwies auf den Weggang von Kollegen und den Verlust langfristiger Planungsfähigkeiten. Auch das Center for Heat Resilient Communities in Los Angeles, das maßgeschneiderte Wärmemanagementpläne für Gemeinden erstellen soll, verlor seine Finanzierung.
Die Auswirkungen auf Wissenschaftler und Forschung
Die Kürzungen haben Forscher gezwungen, Projekte aufzugeben, Teams zu verkleinern und Schlüsselwörter wie „Klima“ und „Umweltgerechtigkeit“ in Förderanträgen zu vermeiden. Tarik Benmarhnia, ein Umweltepidemiologe an der UC San Diego, war gezwungen, die Forschung zu den Auswirkungen von Hitze auf nicht untergebrachte Bevölkerungsgruppen einzustellen und sein Team von über 30 auf weniger als 10 zu verkleinern. Entlassungen beim National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) der CDC lähmten die Hitzeforschung weiter und machten den ersten Bundesstandard zum Schutz von Arbeitnehmern vor Hitze gefährdet.
Mayra Cruz, Hitzeforscherin an der University of Miami, geht davon aus, dass es nach ihrem Abschluss nur wenige Jobmöglichkeiten im Zusammenhang mit Hitze geben wird. Wissenschaftler erwägen, das Land ganz zu verlassen. In einer Nature-Umfrage gaben 75 % der Befragten an, dass sie eine Umsiedlung aufgrund von Störungen bei der Finanzierung der Wissenschaft erwägen.
Gemeinschaften bemühen sich darum, die Lücke zu schließen
Trotz der Rückschläge auf Bundesebene kämpfen einige Gemeinden darum, die Wärmeforschung am Leben zu erhalten. Dem Missoula County ist es gelungen, alternative Finanzierungsmöglichkeiten zusammenzustellen, um die von Freiwilligen betriebenen Heat-Mapping-Bemühungen zu unterstützen, aber es bestehen weiterhin Lücken. Kleinere Einrichtungen wie Kommunalverwaltungen und gemeinnützige Organisationen greifen ein, aber vielen fehlen die Ressourcen und das Fachwissen, um der extremen Hitze wirksam entgegenzuwirken.
Susan Teitelman, Spezialistin für Klimaresilienz bei Climate Smart Missoula, warnt davor, dass gefährdete Gemeinschaften durch die Finanzierungskürzungen zuerst und am härtesten geschädigt werden. Den Wissenschaftlern bleibt es schwer, die Arbeit fortzusetzen, und Benmarhnia erklärt: „So sehe ich im Moment wirklich meine Verantwortung … weiterzumachen.“
Der Einsatz ist tödlich
Die Kürzungen in der Wärmeforschung sind nicht nur ein akademisches Problem; Sie haben reale Konsequenzen für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit. Die Vereinigten Staaten hatten die Chance, gerechte Wärmemanagementprogramme zu entwickeln, aber diese Chance wurde vertan. Der Verlust von Finanzmitteln und Fachwissen wird zu mehr vermeidbaren Todesfällen führen und gefährdete Gemeinschaften unverhältnismäßig stark schädigen. Es steht tödlich auf dem Spiel und die Kürzungen stellen einen gefährlichen Rückschritt im Kampf gegen extreme Hitze dar
