Seltene Zwillingsgeburt gibt Berggorillas in der Demokratischen Republik Kongo Hoffnung

22

Im Virunga-Nationalpark im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) kam es kürzlich zu einem seltenen Ereignis: der Geburt von Zwillings-Berggorillas. Die Neugeborenen, männliche Säuglinge, wurden von Mafuko geboren, einer widerstandsfähigen Mutter innerhalb der größten Gorillafamilie des Parks, der Bageni-Gruppe, die mittlerweile aus 59 Individuen besteht. Dieses Ereignis ist nicht nur ein herzerwärmender Moment, sondern auch ein wichtiger Indikator für die anhaltende, wenn auch prekäre Erfolgsgeschichte des Schutzes der Berggorillas.

Ein fragiler Start ins Leben

Zwillingsgeburten sind bei Berggorillas äußerst selten und historisch gesehen ist die Kindersterblichkeitsrate hoch. Die ersten vier Wochen sind für die Zwillinge von entscheidender Bedeutung, da etwa 25 % der jungen Gorillas an Krankheiten, Verletzungen oder Kindsmord sterben. Katutu, Leiter der Gorillaüberwachung in Virunga, beschreibt den Anblick von Mafuko mit ihren Neugeborenen angesichts ihrer extremen Verletzlichkeit als „bewegend und voller Verantwortung“.

Mafuko selbst hat schon früher einen Verlust erlebt, da sie 2016 Zwillinge zur Welt brachte, von denen keines länger als ein paar Tage überlebte. Dennoch ist ihr derzeitiges mütterliches Verhalten ermutigend, denn die Mutter geht aufmerksam auf die Bedürfnisse ihrer Säuglinge ein und weckt Hoffnung auf deren Überleben. Die Ranger überwachen das Paar täglich und bei Komplikationen stehen spezialisierte Tierärzte bereit.

Vom Aussterben bedroht bis gefährdet

Die Ankunft der Zwillinge markiert einen weiteren Meilenstein in einer der bemerkenswertesten Wendungen im Naturschutz des letzten Jahrhunderts. In den 1970er Jahren gab es weniger als 250 Berggorillas, verteilt auf isolierte Populationen in Uganda und im Virunga-Massiv. Durch jahrzehntelange engagierte Erhaltungsbemühungen ist die Population seitdem auf über 1.000 gestiegen, was dazu geführt hat, dass die Unterart von „vom Aussterben bedroht“ in „stark gefährdet“ eingestuft wurde.

Dieser Fortschritt war jedoch mit hohen menschlichen Kosten verbunden. Das Virunga-Gebirge ist nach wie vor einer der gefährlichsten Orte für Wildhüter. In den letzten zwei Jahrzehnten wurden über 220 Menschen von bewaffneten Gruppen, Banditen und Wilderern getötet, ohne dass dies straflos vor sich geht. Das Überleben der Gorillas ist untrennbar mit der Sicherheit derjenigen verbunden, die sie beschützen.

Naturschutz und veterinärmedizinische Intervention

Die Wiederbelebung der Berggorilla-Population ist nicht nur auf den Schutz des Lebensraums zurückzuführen; Die tierärztliche Versorgung war von entscheidender Bedeutung. Organisationen wie Gorilla Doctors haben unzählige Todesfälle verhindert, indem sie Gorillas behandelt haben, die durch menschliche Aktivitäten verletzt wurden, beispielsweise wenn sie in Fallen gefangen waren. Eine Studie legt nahe, dass die Hälfte des Bevölkerungswachstums direkt auf diese medizinischen Eingriffe zurückzuführen ist.

Die Namen der Zwillinge bleiben vorerst unbenannt, eine Vorsichtsmaßnahme, bis ihr Überleben sicherer wird. Die ersten Beobachtungen sind positiv: Die Säuglinge zeigen ein gesundes Neugeborenenverhalten. Ihre Zukunft bleibt jedoch ungewiss, was an die anhaltenden Herausforderungen erinnert, mit denen diese ikonische Art konfrontiert ist.

Die Geburt dieser Zwillinge ist ein Beweis sowohl für die Widerstandsfähigkeit der Berggorillas als auch für das Engagement von Naturschützern, die unter extrem gefährlichen Bedingungen arbeiten. Ihr Überleben wird von anhaltender Wachsamkeit, tierärztlicher Unterstützung und den umfassenderen Bemühungen zur Sicherung der Zukunft dieser gefährdeten Unterart abhängen.