Jupiters wahre Größe: Neue Daten erzwingen Lehrbuchaktualisierungen

5

Seit Jahrzehnten verlassen sich Wissenschaftler auf veraltete Messungen der Größe und Form des Jupiter. Dank der Raumsonde Juno ist nun klar, dass der Gasriese etwas kleiner und flacher ist als bisher angenommen – ein Unterschied, der zwar subtil ist, aber eine Aktualisierung der Astronomielehrbücher und eine Verfeinerung der Modelle der Planetenentstehung erfordert.

Der Wandel in der Messung

Die neuen Daten stammen aus der Analyse von Radiosignalen, die Juno während seiner Umlaufbahn um Jupiter aussendet. Die Signale verbiegen sich, wenn sie die Atmosphäre des Planeten passieren, ein Phänomen, das Wissenschaftler nutzten, um die Dimensionen des Jupiter zu verfeinern. Frühere Messungen, die 50 Jahre vor den Voyager- und Pioneer-Missionen zurückreichten, waren ungenauer und berücksichtigten die atmosphärischen Auswirkungen des Planeten nicht so gründlich.

Die überarbeiteten Zahlen zeigen, dass Jupiters Polarradius 41.534 Meilen (66.842 km) beträgt – etwa 7,5 Meilen (12 km) kleiner als frühere Schätzungen. Am Äquator beträgt der Radius 44.421 Meilen (71.488 km), etwa 2,5 Meilen (4 km) weniger als der Standardwert.

Warum diese Kilometer wichtig sind

Obwohl die Unterschiede gering erscheinen, haben sie erhebliche Auswirkungen. Genaue Messungen der Größe eines Planeten haben direkten Einfluss auf unser Verständnis seiner inneren Struktur und Zusammensetzung. Dies ist nicht nur für Jupiter, sondern auch für die Modellierung anderer Gasriesen innerhalb und außerhalb unseres Sonnensystems von entscheidender Bedeutung.

„Durch eine geringfügige Verschiebung des Radius passen unsere Modelle des Jupiterinneren viel besser sowohl zu den Schwerkraftdaten als auch zu atmosphärischen Messungen“, erklärte der Co-Autor der Studie, Eli Galanti. Die verbesserten Daten helfen dabei, Gravitationsmesswerte mit atmosphärischen Beobachtungen in Einklang zu bringen, was zu einem umfassenderen Bild des Innenlebens des Planeten führt.

Implikationen für die Planetenwissenschaft

Es wird angenommen, dass Jupiter der erste Planet ist, der in unserem Sonnensystem entstanden ist. Die Untersuchung seiner Struktur liefert wichtige Hinweise auf die frühen Stadien der Planetenentstehung und -entwicklung. Durch die Verfeinerung unseres Verständnisses von Jupiter erhalten Wissenschaftler Einblicke in die Entstehung anderer Planeten, einschließlich der Erde.

„Diese Forschung hilft uns zu verstehen, wie Planeten entstehen und sich entwickeln … Jupiter war wahrscheinlich der erste Planet, der sich im Sonnensystem bildete, und indem wir untersuchen, was in seinem Inneren passiert, kommen wir dem Verständnis näher, wie das Sonnensystem und Planeten wie unserer entstanden sind.“ – Yohai Kaspi, Co-Autor der Studie.

Die aktualisierten Messungen sind nicht nur akademisch; Sie stellen einen Fortschritt in unserer Fähigkeit dar, Daten von entfernten Exoplaneten zu interpretieren und die Grenzen des astronomischen Wissens zu erweitern.

Die aktualisierten Daten bestätigen, dass selbst scheinbar kleine Verbesserungen der Planetenmessungen erhebliche Auswirkungen auf das breitere Feld der Planetenwissenschaft haben können und eine Überarbeitung bestehender Modelle erforderlich machen.