Ballonstarts stoßen auf wachsenden Widerstand von Unternehmen und Naturschützern

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Ein in Lincoln ansässiger Ballonverkäufer weigert sich, Bestellungen zur Freisetzung von Luftballons auszuführen, und verweist auf die schwerwiegenden Folgen für die Umwelt und die dokumentierte Schädigung der Tierwelt. Diese Entscheidung unterstreicht die wachsende Bewegung im gesamten Vereinigten Königreich, die Praxis zu verbieten, wobei über 100 lokale Behörden bereits Beschränkungen umsetzen.

Die Umweltkosten des Feierns

Naomi Spittles, Inhaberin eines Ballongeschäfts in Lincoln, lehnte kürzlich eine Anfrage nach 200 Ballons ab, die für eine Gedenkfeier gedacht waren. „Was hochgeht, muss auch wieder herunterkommen“, sagte sie unverblümt und betonte damit die unausweichliche Realität, dass freigelassene Ballons zu Müll werden. Diese Haltung spiegelt ein umfassenderes ethisches Anliegen innerhalb der Branche wider.

Die National Association of Balloon and Party Supplies (NABAS) erkennt das Problem an und erklärt, dass sie „das Freilassen aller Ballons nicht unterstützt“ und dass dadurch „unerwünschter und manchmal gefährlicher Müll“ entsteht. Obwohl die Praxis landesweit noch nicht illegal ist, wird sie zunehmend unter die Lupe genommen.

Gefährdete Wildtiere: Dokumentierter Schaden

Die Auswirkungen auf die Tierwelt sind gut dokumentiert. Kirsty Salisbury, Managerin von East Riding Coastal Services, findet am Strand von Bridlington regelmäßig Ballontrümmer, darunter auch Tiere, die sich in den Schnüren verfangen haben. Tragischerweise hat sie tote Papageientaucher entdeckt, die sich in Ballonstreu verfangen hatten.

Papageientaucher, eine ohnehin rückläufige Art, sind besonders gefährdet. Die Marine Conservation Society (MCS) berichtet von einem stetigen Anstieg des Ballonmülls an britischen Stränden seit den 1990er Jahren und erreichte 2018 an 69 % der untersuchten Standorte seinen Höhepunkt, seitdem ist er jedoch auf 44 % im Jahr 2024 zurückgegangen. Das bedeutet, dass bei fast der Hälfte der Strandreinigungen immer noch Ballontrümmer gefunden werden.

Der langsame, tödliche Einfluss auf Tiere

Die RSPCA warnt davor, dass selbst sogenannte „abbaubare“ Ballons eine Bedrohung darstellen. Es dauert Monate, bis sie abgebaut sind. Während dieser Zeit verwechseln die Tiere die Fragmente mit Nahrung, was zu Hunger oder Erstickung führt. Die befestigten Schnüre können Wildtiere, darunter Vögel, Säugetiere und Meereslebewesen, erwürgen.

„Selbst Ballons, die als abbaubar eingestuft sind, sind unsicher, da es Monate dauern kann, bis sie zerfallen, und dennoch ein Risiko darstellen.“ — Evie Button, RSPCA Senior Scientific and Policy Officer

Lokale Verbote und Zukunftsaussichten

Derzeit gelten Verbote in der Regel für kommunales Land und Autobahnen, nicht jedoch für Privatgrundstücke oder luftgefüllte Latexballons. Das wachsende Bewusstsein bei Unternehmen wie Spittles und die zunehmende Zahl lokaler Beschränkungen legen jedoch nahe, dass ein Vorstoß für ein landesweites Verbot wahrscheinlich ist. Das Problem wirft Fragen nach der Balance zwischen Tradition und Umweltverantwortung auf. Die langfristigen Auswirkungen von Ballonstarts auf Ökosysteme sind unbestreitbar, weshalb eine weitere Debatte zu diesem Thema unerlässlich ist.