Das nigerianische Theater eroberte in den frühen 1940er-Jahren regelrecht die Bühne. Es war nicht nur ein Theaterstück. Es war eine lebendige Volksoper, die vom Yoruba-Volk im Südwesten Nigerias geboren wurde. Das Ergebnis? Eine hochdynamische Mischung aus Pantomime, farbenfrohen Kostümen und traditionellem Trommeln. Diese Aufführungen richteten sich mit nigerianischen Themen an das lokale Publikum. Sie haben alles gesehen, von bissiger moderner Satire bis hin zu tiefgreifenden historischen Tragödien.
Die Stücke werden vollständig in der Yoruba-Sprache aufgeführt. Wenn Sie es nicht sprechen, können Sie trotzdem das Wesentliche verstehen. Eine übersetzte Zusammenfassung hilft Nicht-Yoruba-Sprechern, die Aktion zu verstehen und zu würdigen. Aber die wahre Magie liegt in der Aufführung. Es ist eine Synthese von Liturgien verschiedener religiöser Sekten. Sowohl Text als auch Musik entstanden aus dieser einzigartigen kulturellen Mischung.
Die Themen fallen in drei verschiedene Bereiche. Erstens haben Sie das fantastische Märchen. Zweitens die absurde Gesellschaftssatire. Und drittens der historische oder mythologische Bericht, der aus mündlicher Überlieferung stammt.
Die großen drei Truppen
Es gibt mehr als ein Dutzend reisende Theatergruppen. Aber drei professionelle Truppen stechen hervor. Sie haben das Genre definiert.
Hubert Ogunde leitete einen. Er schrieb Yoruba ronu („Yorubas, Think!“) und Journey to Heaven. Kola Ogunmola führte einen weiteren durch. Zu seinen Hits gehörten The Palmwine Drinkard und Love of Money. Duro Ladipo köpfte den dritten Durchgang. Er produzierte Oba koso („The King Did Not Hang“) und Eda („Everyman“).
Jeder Gründer prägte einen unverwechselbaren Stil. Sie haben die Stücke geschrieben oder adaptiert. Sie haben die Musik arrangiert. Oft übernahmen sie auch die Hauptrollen.
Wurzeln im Kirchendrama
Diese zeitgenössische dramatische Form entstand nicht aus dem Nichts. Es entstand aus biblischen Episoden. Denken Sie an Weihnachten und Passionsspiele. Diese wurden in den 1930er und 40er Jahren von separatistischen afrikanischen Kirchen präsentiert.
Einige dieser Stücke reisten ins Ausland. Oba koso und The Palmwine Drinkard wurden außerhalb Nigerias aufgeführt. Aber der Kern der Bewegung blieb lokal.
Im Jahr 1945 gründete Ogunde als erster ein professionelles Reiseunternehmen. Seine Stücke waren scharf. Er verspottete Yoruba-Typen. Der eifersüchtige Ehemann. Der geizige Vater. Der rücksichtslose Sohn. Er befasste sich auch mit aktuellen Ereignissen in der nigerianischen Politik.
Christlicher Einfluss und Folklore
Ogunmola ging einen anderen Weg. 1947 organisierte er aus seinen Schülern eine Schauspieltruppe. Er nannte es seine eigene Theaterparty.
Seine Opern zeigen einen deutlichen christlichen Einfluss. Für die Grundhandlungen verwendete er biblisches Material. Aber er ignorierte die alten Gewohnheiten nicht. Ogunmola beschäftigte sich mit Folklore. Er integrierte Loblieder, Sprichwörter und Beschwörungsformeln in den Dialog.
Seine berühmteste Produktion war Amos Tutuolas Roman „Der Palmweintrinker“. Es vermischte den heiligen Text mit lokalen Erzähltraditionen.
Tradition bewahren
Duro Ladipo kam Anfang der 1960er Jahre. Er war Komponist von Kirchenmusik. Aber er wollte traditionelle Künste bewahren. So schrieb er Kulturstücke auf der Grundlage historischer Stoffe.
Er wurde wahrscheinlich von seinen Vorgängern beeinflusst. Aber Ladipo fügte sein eigenes Flair hinzu. Er verwendete zeremonielle Trommeln, Gesänge und Singen. Auch die Kostüme waren traditionell. Sie waren den spezifischen historischen oder religiösen Gruppen angemessen, die in den Produktionen vertreten waren.
Einige von Ladipos Schauspielern traten vor ihrem Eintritt in die Theatergruppe bei religiösen Ritualen auf.
Dieser Hintergrund war wichtig. Ihr zeremonielles Material wurde in eine zeitgenössische Form eingearbeitet. Das Ergebnis war eine Form, die alt und dennoch dringlich wirkte. Eine lebendige Geschichte.
Warum ist es immer noch wichtig? Weil es nicht nur Unterhaltung war. Es war eine Möglichkeit, mündliche Überlieferungen am Leben zu erhalten und gleichzeitig die Gegenwart zu kommentieren. Das Trommeln hört nicht auf. Die Kostüme bleiben lebendig. Die Geschichten verändern sich, aber der Kern bleibt. Es ist ein Dialog, der nie ganz endet.