Die Enterprise landete am 8. September 1966 auf den Fernsehbildschirmen. Ein halbes Jahrhundert ist vergangen. Das Franchise ist auf über 700 Episoden und mehr als ein Dutzend Filme angewachsen und gipfelt im diesjährigen Star Trek Beyond. Anlässlich des Jubiläums ist ein riesiges Blu-ray-Boxset erschienen, das remasterte Abenteuer der Originalcrew auf kleinen und großen Bildschirmen bietet.
Weltweit tauchen Veranstaltungen auf, um das zu feiern. Aber die eigentliche Frage bleibt: Was hält Star Treks Durchhaltevermögen am Leben? Wir haben zwei der ursprünglichen Architekten der Show, David Gerrold und D.C. Fontana, um die Antwort gebeten.
Die Botschaft hinter der Science-Fiction
Fontana, ein Autor der Originalserie, der auch den Pilotfilm zu Star Trek: The Next Generation geschrieben hat, glaubt, dass die Ausdauer der Serie auf ihrem Subtext beruht.
„Die Geschichten klingen auch heute noch wahr“, sagte sie.
Sie argumentiert, dass die Autoren soziale Kommentare hinter der Science-Fiction-Fassade versteckten. Die Zuschauer erhielten Botschaften über Feminismus, Rassismus und den Vietnamkrieg, ohne dass die Show diese Themen jemals direkt in der realen Welt angehen musste.
„Niemand sonst konnte darüber reden“, bemerkte Fontana. „Wir könnten es unter dem Deckmantel der Science-Fiction tun.“
Auch optisch hat die Show neue Maßstäbe gesetzt. Von Anfang an waren darin Außerirdische, Frauen und schwarze Charaktere zu sehen. Es wurde sogar einer der ersten interrassischen Küsse im Fernsehen zwischen Captain Kirk (William Shatner) und Lieutenant Uhura (Nichelle Nichols) inszeniert.
Drei Säulen der Langlebigkeit
Gerrold war im College, als die Show Premiere hatte. Er begann sofort damit, dem Studio Episoden vorzustellen. Er ist vor allem für das Buch „The Trouble with Tribbles“ bekannt, in dem er die pelzigen Kreaturen und ihre Obsession mit Quadrotriticale vorstellt.
Am Telefon brachte Gerrold den Erfolg der Franchise auf drei Punkte zusammen.
Erstens hat es Spaß gemacht.
Zweitens bot es eine positive Zukunftsvision. Eine Zeit, in der die Menschheit gedeiht und interessante Herausforderungen löst, anstatt zusammenzubrechen.
Der dritte Punkt ist weniger offensichtlich, aber wohl wichtiger: Inklusion.
Gerrold wies darauf hin, dass das traditionelle Fernsehen dazu tendiere, marginalisierte Gruppen auszulöschen. Zunächst wurden Schwarze und Asiaten ausgelöscht. Bei der Einbeziehung dieser Gruppen blieben Schwule häufig außen vor. Die Beiträge von Frauen wurden selten anerkannt. Star Trek hat dieses Drehbuch umgedreht.
Darin waren weibliche Kapitäne vertreten. Schwarze Offiziere. Asiatische Besatzungsmitglieder. Später wurden sogar Klingonen als Metapher für den Anderen einbezogen.
„Es spielte keine Rolle, wer du warst“, sagt „Star Trek“, du bist ein Teil davon. Und das ist sehr wichtig für das kleine Kind, das zu Hause fernsieht und sich fragt, ob es ein Teil der Zukunft sein wird.“
Gerrold betonte, dass diese Botschaft der Zugehörigkeit großen Anklang finde. Es zeigt dem Betrachter, dass die Zukunft allen offen steht. Nicht nur einige. Alle.
Ein Vermächtnis in Arbeit
Das Franchise hat stets eine Zukunft geboten, auf die es sich zu freuen lohnt. Da Star Trek: Discovery unter der Regie von Bryan Fuller im Januar 2017 Premiere haben soll, besteht die Hoffnung, dass der Funke weitergeht. Fans wetten auf weitere 50 Jahre.
Die Wahrheit über Tribbles
Apropos Tribbles: Das von ihnen geliebte Quadrotriticale basiert auf echter Wissenschaft. Triticale ist eine Mischung aus Weizen und Roggen. Es wurde erstmals im späten 19. Jahrhundert in Labors in Schottland und Schweden gezüchtet.
Fähnrich Tschechow besteht natürlich darauf, dass es sich um eine russische Erfindung handelte. Die Geschichte ist ihm egal. Ihm liegt das Getreide am Herzen.



























